Bearded Collies vom Dohlenfelsen

Hobby- und Liebhaberzucht seit 1991

 

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Achtung !

… aus der Sicht eines pubertierenden Beardies

 

Wenn ich mal meine verrückten fünf Minuten habe,

dann ganz cool bleiben und mittoben, (blaue Flecken und  Beulen, sowie ein paar Löcher können dann schon mal vorkommen, was von meiner Seite aus aber nicht böse gemeint ist). Manchmal geht mir eben der Gaul durch. Wenn es ganz doll mit mir wird, dann mich bitte auf den Rücken drehen und unterwerfen und mich ordentlich anknurren oder wenn das nicht hilft auch mal in den Hals zwicken und die Hand über die Kehle legen und mir ernsthaft die Meinung sagen.

Nicht böse sein, wenn ich mal gelernte Dinge wieder vergesse und manchmal nicht hören will. Ich mache bis ich erwachsen bin drei Rockerphasen durch (mit 6-9 Monaten, mit 1 ½ Jahren und mit 2-2 ½  Jahren oder auch mal später). Es ist nämlich gar nicht so einfach erwachsen zu werden. Vor allem, wenn man doch so ganz andere Vorstellungen davon hat was für einen gut ist. Wie zum Beispiel: Jogger, Radfahrer, Vögel, Hunde und Katzen jagen nur zum Spaß. Im größten Schlammloch baden. Mist fressen und andere schöne Dinge.

 

Erziehungstipps

 

Alleinbleiben:

Sobald sich Ihr Welpe ein wenig eingelebt hat, sollten Sie anfangen mit ihm das Alleinsein zu üben.

Lassen Sie ihn im dem Raum, wo er sich am meisten aufhält oder lassen Sie ihn in seiner Hundebox, in der auch sonst sich zurückziehen kann. Schließen Sie die Tür und lassen ihn kurz allein. Dann gehen Sie wieder hinein, ohne sich um den Welpen zu kümmern. Die Tür war kurz zu und Sie waren kurz draußen, das ist alles. Machen Sie daraus kein Ereignis. In den nächsten Wochen sollten Sie den Welpen immer wieder loben und belohnen wenn er sich auf seinen Platz zurückzieht. Üben Sie täglich mit ihm einige Zeit in der geschlossenen Hundebox zu verbringen. Machen Sie diese Übungen nur, wenn der Welpe müde ist oder mit seinem Spielzeug beschäftigt ist. Bleiben Sie, ohne auf den Welpen einzugehen, ein Weilchen im selben Raum. Dann gehen Sie hinaus. Steigern Sie die Zeiten, die Sie außerhalb des Raumes verbringen jeden Tag. Schauen Sie zwischendurch kurz in den Raum hinein oder gehen an der Zimmertür vorbei und sehen ob der Welpe noch spielt oder frisst oder ob er vielleicht eingeschlafen ist. Beachten Sie ihn dabei nicht. Sollte er unruhig werden, bleiben Sie im Raum, bis er sich wieder entspannt hat. Beenden Sie die Übung indem Sie die Boxentür öffnen, ohne den Welpen zu beachten. Machen Sie am Anfang Ihre Besorgungen wenn der Welpe schläft. Loben und belohnen Sie ihn nicht, wenn er artig allein geblieben ist. Er wartet sonst beim nächsten Mal sehnsüchtig auf Ihre Rückkehr und die Belohnung, anstatt entspannt die langweilige Zeit ohne Sie zu verschlafen. Später, wenn der Hund stubenrein ist und nicht mehr alles anfrisst, wenn er unbeaufsichtigt ist, können Sie die Tür auflassen.

 

Anspringen:

Hunde begrüßen ranghöhere und ältere Rudelmitglieder mit Beschwichtigungsgesten um sie freundlich zu stimmen. Dazu gehört vor allem das Mundwinkellecken, das sich aus dem Futterbetteln der Welpen entwickelt. Da sich die Mundwinkel beim Menschen ziemlich weit oben sind, muss der Welpe bei der Begrüßung hochspringen. Da das Anspringen später  oft unerwünscht und eventuell auch gefährlich sein kann, sollten Sie dem Welpen beibringen, Menschen anders zu begrüßen. Gehen Sie  bei der Begrüßung in die Hocke, damit Ihr Welpe nicht springen muss. Halten Sie ihm dafür die Hand hin und drehen Sie den Kopf ein wenig zur Seite und schauen Sie ihn nicht direkt an. Sie zeigen ihm damit, dass Sie nicht aggressiv gestimmt sind. Bleiben Sie ruhig und gelassen. Streicheln und begrüßen Sie ihn nur, wenn er mit allen vier Füßen auf dem Boden ist. Vermeiden Sie übermäßige Emotionen. Übermäßige Aufregung bei der Begrüßung ist ein rein vom Menschen antrainiertes Verhalten. Hunde untereinander tun so etwas nicht.

Futterverteidigung:

Futter ist für den Hund eine lebenswichtige Sache. Aggression über Futter entsteht nur, wenn der Welpe sich gegen Konkurrenten durchsetzen muss, um satt zu werden. Es ist auch wichtig, dem Welpen etwas Fressbares abnehmen zu können, wenn er z.B. draußen einen Knochen oder Geflügelreste findet. Füttern Sie dem Welpen immer einen Teil seiner Ration aus der Hand, als Belohnung für eine gut gemachte Übung. Wenn Sie ihn aus dem Napf füttern, füllen Sie immer nur eine kleine Portion hinein. Nach ein paar Tagen, wenn der Welpe keine Angst mehr hat, dass Sie ihm etwas wegfressen könnten, bleiben Sie während er frisst neben ihm stehen. Sobald der Napf leer ist, füllen Sie etwas nach. Halten Sie den Napf auch mal beim Fressen in der Hand. Machen Sie diese Übungen mehrmals, bis Sie dem Hund jederzeit den Napf wegnehmen können. Verteidigt Ihr Welpe Kauknochen oder Spielzeug, dann bieten Sie ihm im Austausch ein besonderes Leckerli an. Lässt er sein Spielzeug oder Knochen los, dann loben Sie ihn  und geben Sie ihm seine Belohnung. Danach geben Sie ihm wieder seinen Knochen etc. Tauschen Sie mehrmals, dann lassen Sie ihn in Ruhe. Wenn er später das Interesse verloren hat, sammeln Sie die Reste ein.

Benagen:

In der Wohnung darf von Anfang an nichts herumliegen was dem Welpen gefährlich werden könnte oder was nicht für ihn bestimmt ist. Sie haben jetzt ein vierbeiniges Kleinkind im Haus. Bringen Sie alles in Sicherheit, was zerstört werden könnte. Sollte  er trotzdem mal etwas anfressen, was nicht für ihn gedacht ist, gehen Sie zu ihm hin und nehmen Sie ihm den Gegenstand aus dem Maul. Schieben Sie ihm stattdessen seinen Kauknochen zwischen die Zähne und loben Sie ihn, wenn er darauf rum kaut. Sollte er gleich wieder den Teppich zu benagen, sagen Sie wieder ruhig „nein“ und geben Sie ihm wieder seinen Kauknochen und stecken ihn mitsamt seinem Knochen in seine Box und sperren Sie ihn dort ein. Lassen Sie ihn dort eine Weile im Käfig, ohne ihn zu beachten. Bleiben Sie ruhig und konsequent. Wenn er merkt, dass er Sie damit ärgern kann, wird für ihn ein lustiges Spiel daraus. Wenn er keinen Erfolg hat, wird es bald langweilig für ihn werden.

Wer ist der Chef?

Ihr Welpe braucht einen zuverlässigen Führer, der ihm Sicherheit gibt und ihm hilft, sich im Leben zu Recht zu finden. Sie geben ihm Futter, bestimmen wann er spazieren gehen darf oder wann er zu anderen Hunden Kontakt haben darf. Sie öffnen die Tür und den Kühlschrank, mit  Hilfe des Lichtschalters sind Sie sogar Herr über Tag und Nacht. Wenn Sie sich jetzt noch wie ein Leittier benehmen, werden Sie und Ihr Hund  nie ein Problem bekommen. Der Rudelführer tut, was sein Name schon sagt. Er führt das Rudel. Gehen Sie so oft wie möglich an Orten spazieren, wo keine Straße in der Nähe ist. Lassen Sie den Welpen dort ohne Leine laufen. Trödelt er, gehen Sie schneller oder verstecken Sie sich, damit er lernt aufzupassen, wohin Sie gehen. Wenn er sich zu weit von Ihnen entfernt, warten Sie nicht auf ihn oder laufen ihm nach, sondern drehen um und laufen in die andere Richtung. Er wird Ihnen folgen. Dann loben Sie ihn immer, auch wenn es einmal etwas länger dauert. Ein Rudelführer lässt sich nicht beeinflussen. Achten Sie darauf, dass Sie nur gewünschtes Verhalten Ihres Welpen belohnen. Unerwünschtes ignorieren Sie am Besten. Spielen Sie so oft wie möglich mit dem Welpen, beginnen immer Sie das Spiel und beenden es auch. Halten Sie die Spielsachen, die Sie zum Spielen benutzen unter Verschluss. Holen Sie sie nur heraus, wenn SIE spielen wollen und legen sie nach dem Spiel wieder weg. Brechen Sie das Spiel immer ab, bevor der Welpe die Lust verliert. Bleiben Sie in kritischen Situationen ruhig. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Ein Rudelführer sollte niemals die Nerven verlieren und hektisch oder hysterisch reagieren.

Wenn der Welpe Sie anknurrt oder nach Ihnen schnappt, bleiben Sie ruhig. Hunde tun das nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Warten Sie einen Augenblick und vermeiden Sie direkten Blickkontakt, indem Sie den Kopf leicht zur Seite drehen. Wenn das nicht hilft und der Welpe auf Angriff geht, dann drehen Sie ihn kurz und schmerzlos auf den Rücken und legen die Hand leicht über seine Kehle. Dies ist normalerweise eine Unterwürfigkeitsgeste und wenn er sich dann entspannt hat, loben Sie ihn für sein Verhalten. Der Rudelchef lässt sich nicht provozieren.

Füttern Sie Ihren Welpen nicht vom Tisch, nur ranghöhere Mitglieder dürfen am Tisch sitzen.  Geben Sie ihm sein Futter immer an seinem Platz.

Gehen Sie vor Ihrem Hund durch die Tür und begrüßen Sie Gäste und Familienmitglieder, bevor es der Hund tut. Ranghöhere haben das Privileg des Vortritts und sie entscheiden, wer willkommen ist und wer nicht. Erhöhte und zentrale Liegeflächen sind ein Privileg der Ranghöheren. Ihr Hund sollte nur auf den für ihn bestimmten Plätzen liegen dürfen. Üben Sie von Anfang an, dass Sie den Welpen überall anfassen können. Kämmen Sie ihn immer im liegen und untersuchen Sie ihn am ganzen Körper. Ranghöhere dürfen sich anderen jederzeit körperlich aufdrängen. Machen Sie das ganze liebevoll und spielerisch aber mit ruhiger Konsequenz. Der Welpe soll die Körperpflege genießen.

 

 

Tierarzt:

Besuchen Sie Ihren Tierarzt möglichst oft, damit der Welpe sich an die Gerüche und die Umgebung gewöhnt. Warten Sie mit dem ersten Besuch nicht, bis der Hund krank ist, dann wird er die Praxis in schlechter Erinnerung behalten. Je weniger negative Erfahrungen Ihr Welpe von Anfang an mit dem Tierarzt verknüpft, umso weniger Probleme gibt es bei späteren Behandlungen.

 

 

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